Steckbrief von Dr. Jack Shephard

Beruf: Arzt im St. Sebastian Hospital

Alter: 37

Motiv der Reise: Hat seinen Vater in Sydney gesucht und tot aufgefunden. Wollte den Leichnam nach Hause bringen.

Sitzplatz: 23A (beim Absturz 23C)

Charakter: Jack ist nicht nur Arzt, sondern auch der inoffizielle "Anführer" und Ansprechpartner für alle. Die Probleme und Konflikte aus seiner Vergangenheit machen ihm dabei immer noch zu schaffen.



Rückblicke

Hier werden die Flashbacks aus unserem Guide der einzelnen Episoden mit Jack untereinander aufgelistet:


DAS WEISSE KANINCHEN (WHITE RABBIT)

Als kleiner Junge liegt Jack am Boden und hört wie auf jemanden eingeschlagen wird. Sein Freund wird neben ihm verprügelt, und auch er selbst hat schon eine Schramme. Einer der Schläger warnt Jack, am Boden zu bleiben, doch Jack steht auf um seinem Freund zu helfen. Gleich darauf verpasst ihm der Typ eine.

Der junge Jack kommt zu seinem Vater ins Büro und erzählt ihm was passiert ist. Daraufhin hält dieser seinem Sohn einen Vortrag. Er (der Vater) habe das Zeug dazu, Unfälle zu verkraften. Er könne einen Jungen operieren, versagen, und dann nach Hause kommen und Sitcoms schauen. Doch Jack solle nicht versuchen, allen zu helfen. Jack habe nicht das Zeug dazu.

Jack steht an der Haustür seiner Mutter und unterhält sich darüber, dass sein Vater "schon wieder" verschwunden sei. Seine Mutter bittet ihn, ihren Mann zurückzuholen, denn Jack wisse, was er sonst anstelle. Obwohl sich Jack zuerst weigert, zwingt ihn seine Mutter schließlich dazu, seinen Vater aus Australien nach Hause holen.

Im Hotel seines Vaters angekommen erfährt Jack, dass sein Vater seit drei Tagen nicht mehr in seinem Zimmer geschlafen hat. Außerdem hat es vor einigen Tagen einen Zwischenfall an der Hotelbar gegeben, wobei Sicherheitspersonal sich um Jacks Vater hat kümmern müssen. Der Hotelmanager rät Jack, die Polizei einzuschalten.

In Australien wird Jack in die Leichenhalle gebeten, denn sein Vater wurde tot aufgefunden. Er habe einen hohen Alkoholgehalt im Blut gehabt und sei vermutlich an einem Herzinfarkt gestorben. Als ein Mediziner den Leichensack öffnet bestätigt Jack die Identität und bricht in Tränen aus.

Am Flughafen in Sydney hat Jack Probleme damit, seinen toten Vater an Bord zu bringen, da ihm die nötigen Papiere fehlen. Er fleht das Bodenpersonal an, eine Ausnahme zu machen, da es für ihn von größter Wichtigkeit sei, die Sache hinter sich zu bringen. Er müsse seinen Vater beerdigen...


FÄHRTENSUCHER (ALL THE BEST COWBOYS HAVE DADDY ISSUES)

In einem Operationssaal versucht Jack mit allen Mitteln, einer Patientin das Leben zu retten. Sein Vater steht nicht weit entfernt, ebenfalls in einem Arztkittel, doch er unternimmt nichts. Ein anhaltender Summton signalisiert, dass das Herz der Betroffenen aufgehört hat zu schlagen. Alle Reanimationsversuche scheitern, Jack muss aufgeben.

Nach der gescheiterten Operation unterhält sich Jack mit seinem Vater, doch dieser will nicht eingestehen, dass er einen Fehler begangen hat. Jack hat allerdings von der Krankenschwester, die ihn im Verlauf der OP zu Hilfe gezogen hat, erfahren, dass die Hände seines Vaters zittrig gewesen seien. Und Jack ist fest davon überzeugt, dass das Alkoholproblem seines Vaters der Grund dafür ist.

Am Tag nach der fehlgeschlagenen Operation sucht Jack das Büro von Christian Shepard auf, um diesen zur Rede zu stellen. Er sei nicht bereit, seinen Vater von seiner Schuld freizusprechen. Doch diesem gelingt es, seinen Sohn mit Worten einzuwickeln und vom Gegenteil zu überzeugen. Somit setzt Jack seine Unterschrift auf das Papier.

Jack sieht am Flur des Krankenhauses, wie sich ein Unbekannter mit seinem Vater unterhält. Von einer Schwester erfährt er, dass dies der Ehemann der Verstorbenen Patientin ist. Er will klagen. Jack sieht die Trauer im Gesicht des Mannes und scheint eine Entscheidung zu fällen...

An einem Konferenztisch wird entschieden, wie der Fall mit Jacks Dad ausgeht. Gerade als die Zeichen gut für ihn stehen, mischt sich Jacks ins Gespräch ein, da er die Lügen seines Vaters nicht mehr hören kann. Er bringt die ganze Wahrheit ans Licht und seinen Vater damit um seinen Job. Fassungslos starrt dieser ihn an.


SCHADE NICHT (DO NO HARM)

Jack bindet einem Mann, der anscheinend sein Bruder oder ein guter Kumpel ist, eine Fliege. Der Ladenbesitzer kommt mit einem Smoking zu Jack und meint, dass jetzt der andere Bräutigam seinen Smoking anziehen solle.

Sarah, Jacks Verlobte, hält eine kleine Rede. In dieser lässt sie verlauten, dass Jack ihr Held sei und dass sie sich kennen gelernt haben, als sie am Bein operiert werden musste.

Jack sitzt an einem Piano. Seine Verlobte kommt dazu und sie beide spielen zusammen ein Stück. Danach geht sie hoch auf ihr Hotelzimmer und meint noch, sie würde auf in warten. Außerdem könne sie es kaum erwarten, ihn endlich zu heiraten. Jack schaut ihr nachdenklich hinterher.

Jacks Vater und er sitzen zusammen am Hotelpool. Er meint, er hätte Sarahs Gelübde ‚gestohlen’, da sie die Abmachung hatten, sie schreiben ihre eigene. Er könnte dies aber nicht. Außerdem sagt er noch, dass er sich nicht sicher sei, ob er ein Ehemann oder sogar ein Vater sein kann. Darauf antwortet sein Vater, er müsse nur loslassen.

Sarah und Jack stehen vor einem Altar, Sarah trägt gerade ihr Gelübde vor. Danach fängt Jack an, er sagt, dass er nichts nieder geschrieben habe und es spontan versuche. Er hält ein schönes Gelübde und beide küssen sich.


GLAUBE UND WISSENSCHAFT (MAN OF SCIENCE, MAN OF FAITH)

Eine Frau, die bei einem Autounfall schwer am Rücken verletzt wurde, wird ins Krankenhaus gebracht. Jack kümmert sich um sie, während im Hintergrund ein Mann namens Adam Rutherford in den OP gerollt wird. Jack gelingt es, den Zustand der Frau zu stabilisieren. Die Frau bringt schwach hervor: "Ich muss auf meiner Hochzeit tanzen". Ein Closeup zeigt, dass die Frau Sarah aus Episode 1.20 ist.

Jack gesteht der Sarah, die wieder ansprechbar ist, dass sie einfach gesagt einen "gebrochenen" Rücken sowie innere Blutungen habe. Die Chancen stehen sehr schlecht, dass sie komplett geheilt wird. Jacks Vater bittet ihn auf den Flur hinaus. Dort erklärt er ihm, dass Patienten lieber hören würden, dass es eine einprozentige Chance auf Heilung gebe, als eine 99prozentige auf eine missglückte OP. "Das ist falsche Hoffnung", meint Jack. - "Aber immerhin Hoffnung".

Jack spricht mit Sarahs Verlobtem und bringt ihm bei, dass Sarah wohl bleibende Schäden davontragen werde. Der Mann ist völlig überrumpelt und kommt mit dieser Last scheinbar nicht klar. Dann geht Jack in den OP, wo ihm Sarah noch ein Geheimnis anvertraut: Sie meint, sie wisse, dass sie nie wieder tanzen könne. Es sei okay. Dann schläft sie ein und Jack tut seinen Job.

Jack läuft nachts die Treppen eines Stadions auf und ab, als einen Sektor weiter jemand anderes genau dasselbe tut. Es wird zu einem Wettrennen nach oben, das Jack verliert, da er sich den Knöchel verstaucht. Sein Konkurrent eilt zu ihm: "Geht's dir gut, Bruder?". Der Mann namens Desmond kümmert sich um Jack und meint, er wäre selbst fast Arzt geworden. Als er sich nach dem Grund erkundigt, warum Jack trainiere, erzählt dieser ihm von Sarah. Desmond selbst trainiert, weil er ein "Rennen um die Welt" machen will. Wiederholt fragt er, warum Jack glaube, dass er seine Patientin nicht gerettet habe. Glaube er nicht an Wunder? Desmond verabschiedet sich mit den Worten: "Viel Glück, Bruder. Wir sehen uns im nächsten Leben".

Jack sitzt noch immer verschwitzt vom Stadion-Lauf in Sarahs Zimmer. Er ist sofort zu ihr gekommen und sieht zu, wie sie aufwacht. Er erzählt ihr, dass er alle Treppen im Stadion laufen wollte, aber gestürzt ist. Ebenso entschuldigt er sich unter Tränen dafür, dass er bei ihr versagt habe. Es tue ihm Leid, dass sie für den Rest ihres Lebens gelähmt sein werde. Sarah leitet seinen Blick an den Fuß des Krankenbettes. Sie wackelt mit ihrer Zehe. Jack kann es nicht glauben und führt sofort einige Gefühlstests durch. Tatsächlich sprechen ihre Füße darauf an. Jack und seine Zukünftige brechen in Freudentränen aus.


JAGDGESELLSCHAFT (THE HUNTING PARTY)

Christian und Jack Shepherd unterhalten sich vor einem Röntgenbild, das das Rückgrat eines Patienten zeigt, über eine unmögliche Operation. Der Betroffene sitzt im selben Raum und sagt etwas auf Italienisch, das seine anwesende Tochter Gabriela für die beiden Ärzte übersetzt. Obwohl Christian die OP nicht durchführen wird, da sie zu riskant ist, bittet Gabriela Jack darum, da sie seinetwegen hergekommen seinen. Er habe mit Sarah ein Wunder vollbracht, und nun solle er dies noch einmal versuchen. Jack zögert zwar, scheint aber dazu entschlossen zu sein, der Familie eine Chance zu geben.

Gabriela und Jack halten sich bei ihrem Vater auf, der inzwischen nicht mehr ansprechbar ist und seit einem Monat Tests unterzogen wurde. Die Frau erkundigt sich, ob die Frau, der er zu einem Wunder verholfen hat, seine Ehefrau sei, und Jack bestätigt das. Dabei fällt ihm auf, dass er längst zuhause sein sollte, und so bricht er auf. Sarah ist bereits wach und macht sich auf, um Sport zu machen, als Jack sich schlafen legt. Sie meint noch, dass sie ihre Tage nicht bekommen und sich deshalb einen Schwangerschaftstest besorgt habe, was Jack scheinbar ziemlich beunruhigt. Seine Reaktion bemerkend beruhigt Sarah ihn etwas verbittert, dass er negativ ausgefallen sei.

In einem Büro des Krankenhauses muss Gabriela schließlich die letzten Papiere unterzeichnen, bevor die Operation beginnen kann. Als Jacks Vater den Raum betritt, geht Gabriela, die die Papiere abgesegnet hat. Christian warnt Jack davor, dass er eine Linie überschreite. Und dass er so tun würde als ob diese Linie nicht existiere, bewahre ihn auch nicht vor den Konsequenzen...

Nach der siebeneinhalbstündigen Operation ist Jack außer sich vor Wut, da ihm kein zweites Wunder gelungen ist. Sein Vater hat Gabriela die Nachricht bereits überbracht, doch Jack will wissen wo sie ist. Am Parkplatz trifft er sie schließlich, und sie bedankt sich ein letztes Mal dafür, dass Jack ihr und ihrem Vater eine Chance gegeben habe. Schließlich küssen sich die beiden innig und trennen sich auf diesen Weg.

Zuhause erzählt Jack seiner Frau, dass der Patient die OP nicht überlebt hat. Im Laufe des Gesprächs verrät er Sarah, dass Gabriela ihn geküsst und er den Kuss erwidert habe. Doch nun sei ihm klar, dass er mehr Zeit für Sarah haben und sich alles ändern müsse. Er verspricht ihr, alles in Ordnung zu bringen, doch Sarah hat ihren Entschluss bereits gefasst: Sie wird ihn verlassen. Sein Helferkomplex sorge dafür, dass er immer alles richten müsse. Außerdem hat sie sich in letzter Zeit jemanden kennen gelernt und ihre Sachen bereits gepackt. Jack kann seine Tränen nicht zurückhalten.


DIE ZWEI STÄDTE (A TALE OF TWO CITIES)

Jack sitzt mit Sonnenbrille in seinem Wagen, den er vor einer Schule oder einem Kinderwagen geparkt hat. Aus der Distanz beobachtet er seine Frau Sarah, die mit einem anderen Mann spricht.

In einer Lounge, die an eine riesige Halle grenzt, wartet Sarah bereits auf ihren Ehemann. Jack erzählt ihr allerdings, dass er seinen Rechtsanwalt gefeuert habe. Er entschuldigt sich, dass es soweit kam, und plötzlich läutet Sarahs Handy. Sie spricht kurz mit dem Anrufer, lacht dann über einen Witz und beendet das Gespräch. Nun möchte Jack wissen, ob das ihr neuer Freund war. Da sie ihm keine Auskunft gibt, hakt er weiter nach – sie könne das Haus, die Autos und alles andere haben, wenn sie ihm nur eine Antwort gäbe. Doch Sarah kann ihm nicht länger zuhören und geht.

Jack telefoniert in seinem Büro unter falschen Vorwänden mit Leuten aus Sarahs Telefonbuch, als sein Vater zur Tür hereinkommt. Dieser erkennt, was abläuft, und bittet seinen Sohn, sich die Sache endlich aus dem Kopf zu schlagen. Jack macht allerdings weiter und wählt die nächste Nummer. Dr. Shephards Handy läutet. Dieser erklärt, dass Sarah ihn nur angerufen habe, da sie sich Sorgen um Jack gemacht habe. Er würde das Wesentliche völlig aus den Augen lassen und wie ein Besessener handeln. Christian: „Ich glaube mit Besessenheit kenne ich mich aus“. „Ein Säufer zu sein ist keine Besessenheit“, erwidert Jack. Mit den Worten „Lass es ruhen, Jack“ verlässt sein Vater das Büro.

Als Jack seinen Vater auf dem Krankenhausflur telefonieren und lachen sieht, schöpft er Verdacht und verfolgt seinem Vater. In einem anderen Gebäude sieht er, wie Christian hinter einer Tür verschwindet, und betritt diese ebenfalls. Er findet sich mitten in einer Selbsthilfegruppe vor. Sofort erkennt ihn die Leiterin, denn Jacks Vater scheint ihn oft erwähnt zu haben. Obwohl Christians Erfolg erwähnt wird (er ist 50 Tage lang sauber), möchte Jack das Handy seines Vaters sehen und unterstellt ihm die unmöglichsten Sachen. Seine Besessenheit geht schließlich so weit, dass er seinen Vater anfällt wie ein Tier.

Jack kommt nach dem Vorfall mit seinem Vater wieder aus der Gefängniszelle frei, da Sarah für ihn die Kaution hinterlegt hat. Sie habe ihm auch ein Taxi gerufen und sagt ihm nun Lebwohl. Als er ihr nach draußen folgt, sieht er einen Mann neben Sarahs Wagen und will wissen, ob das ihr Freund sei. „Es ist egal, wer er ist. Wichtig ist, wer du nicht bist“. Als Christian sie angerufen habe, sei er sturzbetrunken gewesen. Nun habe Jack wieder etwas, das er richten könne. Sie verlässt ihn.


FREMD IN FREMDEM LAND (STRANGER IN A STRANGE LAND)

Jack verlässt eine Holzhütte und blickt aufs Meer hinaus während er sich eine Sonnenbrille aufsetzt. Ein kleiner Junge läuft ihm auf dem Strand entgegen und spricht irgendetwas in einer fremden Sprache, von der er nur immer wieder „Doktor Jack“ versteht. Er übergibt ihm zwei Getränke und Jack bezahlt ihn offenbar sehr gut, da der Junge nicht schlecht staunt. Den Drachen, den er auf dem Rücken getragen hat, entpackt er weiter unten am Strand, doch die Verstrebungen überfordern ihn ein wenig. Eine Frau beobachtet dies, lächelt ihn an und hilft ihm schließlich. Dann stehen beide auf und lassen den Drachen steigen. Bisher hat die Frau kein Wort gesagt, aber nun zeigt sich, dass sie Englisch kann: „Du bist nicht von hier, oder? […] Ich bin Achara“, meint sie.

Jack und Achara lernen in einem Restaurant ihren Bruder kennen. Sie unterhalten sich über Jack Vergangenheit, doch Achara gibt ihm zu verstehen, dass sie daran kein Interesse habe. „Ich hab es auch satt, darüber zu reden“, meint er erleichtert. „Du bist also in Phuket, um dich selbst zu finden?“. – „Wie kommst du darauf?“ – „Du bist Amerikaner“. Nun erscheint ein Mann, überreicht ihr einen Umschlag, und sie bedankt sich dafür. „Ich habe eine Gabe“, gesteht sie.

Als jemand sein Zimmer betritt wird Jack wach. Achara legt ihre Kleider ab und küsst ihn im Bett. „Willst du mich etwas fragen?“. Jack gesteht, dass er gerne ein paar Details über ihr Leben wisse. „Hier geschehen Sachen, die du nie verstehen würdest“. – „So wie deine Gabe?“ – „Genau“. Während sie sich erneut küssen und drehen, fallen die beiden aus dem Bett und müssen darüber lachen. Achara wickelt Jack um den Finger: „Schluss mit den Fragen, lass uns Spaß haben“.

Auf den Straßen von Phuket folgt Jack Acharas Spur und gelangt somit an ihren „Arbeitsplatz“. Er erkennt, dass sie mit Tattoos arbeitet, doch sie behauptet, dass sie keine gewöhnlichen Tattoos steche. Sie sehe das wahre Ich von Menschen und versähe diese daraufhin mit einem entsprechenden Zeichen. „Das ist meine Gabe“. Jack möchte wissen, wer er sei, und versetzt Achara damit in Furcht: „Nein, du bist ein Außenseiter. Ich darf das nicht“. Jack drückt sie gegen die Wand: „Wer bin ich?“, fordert er nochmals. „Du bist ein Anführer, ein großer Mann. Aber das macht dich einsam, ängstlich und wütend“. Sie ist vor Angst den Tränen nahe, als Jack fordert, dass sie ihm eine Tätowierung verpasst. „Das widerspricht meinem Volk. Es wird Konsequenzen geben“, warnt sie. „Die gibt es immer“. Achara beginnt.

An einem sonnigen Tag am Strand sieht Jack den Jungen mit den Getränken wieder, doch dieser ergreift die Flucht vor ihm. „Wo läufst du denn hin?“, will er wissen. Nun bemerkt er, dass einige Einheimischen auf ihn zu kommen, darunter Acharas Bruder. Sie betrachten sein Tattoo und es dauert nicht lange, bis er die erste Faust ins Gesicht bekommt. Kurz darauf liegt er bereits am Boden und alle treten und schlagen auf ihn ein. „Verschwinde vom Strand! Verlass das Land!“, brüllt ihn einer an und lässt ihn dann mit blutiger Nase im Sand liegen, wo er noch bespuckt wird. Die Männer gehen zu Achara, die am Meer gewartet hat, und sie schließt sich den anderen unter Tränen an.


HINTER DEM SPIEGEL (THROUGH THE LOOKING GLASS), Teil 1

Jack sitzt mit einem alkoholischen Getränk in einem Oceanic-Flugzeug und fällt dabei vor allem durch seinen Vollbart auf. Insgesamt erweckt er den Anschein, als sei er psychisch vollkommen am Ende. Als er sich noch einen Drink bestellt, weist ihn die Flugbegleiterin darauf hin, dass sie in 20 Minuten landen werden, und dass er sich besser anschnallen solle. „20 Minuten sind eine lange Zeit“, meint Jack, doch er bekommt zum Zeitvertreib nur eine Zeitung gereicht. Turbulenzen erschüttern das Flugzeug und Jacks Blick wirkt auf einmal sehr gefasst, doch dann meldet sich der Pilot und versichert, dass alles in Ordnung sei. Die Zeitung legt Jack zwar zuerst zur Seite, doch dann erweckt ein Artikel seine Aufmerksamkeit. Er nimmt ihn an sich und reißt ein Stück Papier heraus. Sicher auf dem Boden angekommen sieht man Jack nachts mit einem Wagen eine Brücke entlangfahren. Er hält rechts und sieht sich den Artikel nochmals an, der Tränen zum Vorschein bringt. Verzweifelt hängt er auf dem Lenkrad, bis er schließlich zum Telefon greift. Am anderen Ende meldet sich allerdings nur der Anrufbeantworter… „Hey, ich bin’s“, meldet sich Jack. „Ich habe… ich habe gerade gelesen, dass…“, beginnt er, doch unter seinen psychischen Schmerzen kann er den Satz nicht beenden und legt auf. Stattdessen steigt er aus dem Wagen. Als er auf den Rand der Brücke zugeht, ist klar, was er beabsichtigt. Er steigt auf das Geländer und blickt nach unten. Nicht auf Wasser, sondern auf massiven Beton. Mit einem tiefen Atemzug und geschlossenen Augen sagt er: „Vergib mir“, als er plötzlich hinter sich gewaltigen Lärm hört. Autos crashen ineinander und schon zeichnen sich Flammen auf Jacks Gesicht ab. Die Schreie eines kleinen Kindes und einer verzweifelten Mutter bewegen Jack. Er dreht sich um.

Nach seiner Heldentat wird Jack von einer Ärztin versorgt – er hat nur einen Kratzer am Kopf – und diese berichtet ihm, dass draußen bereits einige Reporter auf den „Helden“ warten würden. Die Frau aus dem Unfall befinde sich inzwischen in stabilem Zustand. In diesem Moment betritt Sarah, Jacks Ex-Frau, den Raum, und die Ärztin verlässt diesen. Nachdem Sarah sich nach Jacks Zustand erkundigt hat, merkt sie an, dass sie immer noch als Kontaktperson bei Notfällen eingetragen sei. Inzwischen ist sie schwanger. Und ihrer Meinung nach sei es keine gute Idee, wenn sie ihn nach Hause bringe. Jack bedankt sich trotzdem, und so verabschieden sich beide.

In einem weißen Arztkittel betrachtet Jack eine Patientin und deren Unterlagen, bis Dr. Hamill zu ihm kommt. Es handelt sich um die Verwundete aus dem Autounfall, die Jack gerettet hat. Nun will er auch die Operation an ihr vornehmen, doch sein Kollege erklärt ihm ausdrücklich, dass die OP bereits organisiert worden sei und so alles bestens verlaufen werde. „Gehen Sie nach Hause, gönnen Sie sich einen Drink. Sie haben’s sich verdient“. Draußen am Flur macht Jack keinen guten Eindruck. Seine Psyche macht ihm eindeutig stark zu schaffen. Im Fernsehen sieht er eine Reportage über den Unfall, und ein kleiner Junge winkt ihm zu. Jack möchte allerdings nur Abstand nehmen und verlässt den Raum.


HINTER DEM SPIEGEL (THROUGH THE LOOKING GLASS), Teil 2

Mit lauter Nirvana-Musik fährt Jack durch die Straßen und hält den Zeitungsausschnitt in seiner Hand. Er hält vor einem kleinen Laden und wählt erneut die Nummer von damals, woraufhin er wieder eine Bandansage hört. Blindlings steigt er aus und geht über die Straße, wobei er fast von einem Auto erwischt wird. Dann betritt er ein Bestattungsinstitut. In einem großen leeren Saal sehen wir einen Sarg, und Jack erklärt einem Angestellten, dass er zu einer Beerdigung wolle. „Es gab keine Beerdigung, nur eine Abschiednahme“. Der Mann macht eine Pause. „Keiner ist gekommen“, verrät er. Er spricht ihm sein Beileid aus und fragt, ob es sich um Freund oder Familie handle. „Nichts von beidem“, erklärt Jack. Dann lässt ihn der Angestellte allein mit dem Sarg. Jack tritt zwar an diesen heran, öffnet ihn jedoch nicht. Stattdessen nimmt er seine letzte Tablette und zieht weiter.

Jack möchte sich in einer Apotheke Nachschub für seine Tabletten holen, doch die Frau muss ihn enttäuschen: Er habe bereits drei Rationen geholt, und mehr seien laut Rezept nicht möglich. Wieder und wieder besteht er darauf und lässt sich verschiedene Ausreden einfallen, doch die Angestellte bleibt hart. Ein Mann hinter Jack erwähnt, dass Jack ein Held sei, und dass sie ihm alles geben solle, doch auch das hilft nicht. Schließlich behauptet Jack, dass Dr. Christian Shephard ein neues Rezept geschrieben habe, doch als die Frau in dessen Praxis anrufen will, verzichtet Jack darauf. Er schlägt auf den Tisch und verlässt das Gebäude, wobei er einen Brillenständer umrempelt. Es ist ihm völlig egal.

Mit einem kleinen Schlüssel verschafft sich Jack Zugriff auf einen Schrank voller Medikamente und greift sofort nach seinen Tabletten. Einige davon schluckt er sofort, und viele mehr steckt er in seine Taschen. Als er den Schlüssel zurücklegt, möchte er sich noch eine Akte ansehen, doch seine motorischen Fähigkeiten sind so stark beeinträchtigt, dass er einige Papiere runterwirft. Dr. Hamill betritt den Raum noch rechtzeitig, um das Chaos zu sehen. Jack rechtfertigt sich mit völlig kaputter Stimme, dass er nur wissen wollte, wie die Operation verlaufen sei, doch es ist nicht zu übersehen, dass er viel ernstere Probleme hat. Dr. Hamill bittet ihn, in sein Büro zu kommen, doch Jack will gleich vor Ort reden. Eine Schwester wird gebeten, den Raum zu verlassen, und so sprechen sie unter vier Augen. Hamill berichtet, dass es der Frau so weit gut gehe und sie sich auf dem Weg der Besserung befinde. Allerdings habe sie nun auch endlich den Unfallhergang schildern können: Ein Mann sie auf der Brücke gestanden, und dieser habe ihre Aufmerksamkeit auf sie gezogen. Dadurch sei sie von der Straße abgekommen und sei vom hinteren Auto gerammt worden. „Die offensichtliche Frage ist also: Wie konnten Sie so schnell beim brennenden Wagen sein? Was haben Sie auf dieser Brücke gemacht?“. Jack antwortet nicht. „Sie wissen gar nichts über mich. Haben Sie irgendeine Vorstellung, was ich alles durchgemacht habe?“. Er lacht verrückt. „Holen Sie meinen Vater hier runter. Wenn ich betrunkener bin als er, dann dürfen Sie mich feuern“. Hamill schüttelt den Kopf: „Ich will Ihnen nur helfen“, meint er. „Sie können mir nicht helfen!!“, brüllt Jack so laut, dass die ganze Station ihn anstarrt.

In einer unordentlichen Wohnung, die sich durch Müll und einen tropfenden Wasserhahn auszeichnet, sitzt Jack mit einem Atlas auf dem Boden und hält sein Handy fest. Passend zu seinem niedergeschlagenen und verwahrlosten Zustand nimmt er noch einen Schluck von seinem Drink zu sich. Ein weiteres Mal wählt er die bekannte Nummer, und diesmal geht tatsächlich jemand ran. „Hallo, ich bin’s. W… warte. Leg nicht auf, bitte. Ich weiß, was du gesagt hast, aber ich muss dich sehen. Bitte“. Wir hören nicht, was die andere Person sagt. „Ja, beim Flughafen… du weißt schon wo“. Schließlich bedankt sich Jack und legt auf. Es ist spät nachts, als er seinen Wagen am Flughafen parkt und auf die Ankunft der anderen Person wartet. Diese erscheint nur wenige Sekunden nach ihm und parkt sich hinter ihn. Wir erkennen bereits, dass eine Frau aussteigt, doch erst im fahlen Licht erkennen wir, dass es Kate ist. Nach einer kurzen Begrüßung beginnt Kate: „Ich hab’ dich in den Nachrichten gesehen. Rettest immer noch Leute aus den Trümmern…“. Sie scherzen nur kurz, denn dann meint Kate unbeschönigt: „Du siehst furchtbar aus“. Er widerspricht nicht. „Warum hast du mich angerufen, Jack?“. Dieser holt den Zeitungsausschnitt aus der Tasche. „Ich hatte gehofft du hättest davon gehört. Vielleicht wärst du auf die Beerdigung gegangen“. Kate betrachtet den Ausschnitt: „Warum hätte ich zu Beerdigung gehen sollen?“. Jack nickt verständnisvoll. „Ich bin viel geflogen“, beginnt Jack nun. „Dieses goldene Ticket, das sie uns gegeben haben. Ich benutze es. Jeden Freitag fliege ich nachts von L.A. nach Tokio oder Singapur oder Sydney“, er muss lachen. „Dann steige ich aus und genehmige mir einen Drink und fliege nach Hause“. Kate versteht ihn nicht: „Warum?“. „Weil ich abstürzen will, Kate“. Tränen bilden sich in seinen Augen. „Mir sind alle anderen an Bord völlig egal. Bei jedem kleinen Ruck und bei jeder Turbulenz… hoffe ich nur, und bete, dass ich zurück kann“. Auch Kate kann ihre Tränen nicht zurückhalten. „Es wird sich nichts ändern“, unterbreitet sie ihm. „Nein, ich hab es SATT“, meint Jack sehr energisch, „…das Lügen. Wir haben einen Fehler gemacht“. Kate schweigt mehrere Sekunden, bevor sie das Thema ignoriert: „Ich muss jetzt gehen. Er wird sich fragen wo ich bin“. Da ergreift Jack ihre Arme und kommt ihrem Gesicht mit seinem sehr nah. „Es war nicht unsere Bestimmung zu gehen“, meint er leise. „Doch, das war sie“, besteht Kate mit einer Träne unter dem Auge. Sie löst sich aus seinem Griff. „Mach’s gut, Jack“. „Wir müssen zurück, Kate“, meint Jack nun lauter. Kate weint wieder und steigt in ihren Wagen. Als sie rückwärts davonfährt und umdreht, schreit Jack ihr noch einmal nach: „Wir müssen zurück!!“



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